Prostatabiopsie mit MRT-Unterstützung (Fusionsbiopsie)
Unsere Ergebnisse der MRT-gestützte Prostatabiopsie im Vergleich zu internationalen Studiendaten
Die moderne Diagnostik des Prostatakarzinoms (Prostatakrebs) hat sich in den letzten Jahren wesentlich weiterentwickelt. Zahlreiche internationale Studien zeigen, dass die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT der Prostata) die Erkennung klinisch signifikanter Prostatakarzinome deutlich verbessert und die gezielte Biopsie gegenüber der alleinigen systematischen Biopsie, wie sie bis vor einigen Jahren üblich war, einen klaren diagnostischen Vorteil bietet.
In großen Vergleichsstudien konnte außerdem gezeigt werden, dass die kognitive Fusionsbiopsie der Prostata – also die gezielte Entnahme der Proben auf Basis der MRT-Bilder und der ärztlichen Erfahrung – der technisch unterstützten Fusionsbiopsie nicht unterlegen ist, sofern sie durch entsprechend erfahrene Untersucher durchgeführt wird. Die Detektionsraten klinisch signifikanter Tumoren sind in diesen Arbeiten vergleichbar.
Vor diesem Hintergrund möchten wir unsere eigenen Ergebnisse der Jahre 2023 – 2025 transparent darstellen und in diesen wissenschaftlichen Kontext einordnen.

Wie wird die Prostatabiopsie in unserm Zentrum durchgeführt
In den meisten Fällen geben wir auf Patientenwunsch vor der Untersuchung eine Sedierung, zusätzlich wird über eine transrektale Ultraschallsonde eine Lokalanästhesie gesetzt, sodass die Biopsie sehr schonend durchgeführt werden kann.
Die im MRT beschrieben Herde werden mit der Ultraschallsonde aufgesucht und aus diesen jeweils 3 Proben gezielt entnommen. Im zweiten Schritt werden 12 Proben aus der Prostata (6 rechts, 6 links) nach einem geometrischen Schema biopsiert. Alle Proben werden getrennt zur histologischen Untersuchung eingesandt.
Unsere Auswertung 2023 - 2025 zur Prostatabiopsie mit MRT-Unterstützung
In den Jahren 2023 bis 2025 wurden im Praxiszentrum Urologie in Eisenstadt insgesamt 99 MRT-gestützte Prostatabiopsien durchgeführt.
Allen Eingriffen lag ein mpMRT-Befund mit PIRADS-Klassifikation 4 oder 5 zugrunde, also eine radiologische Einschätzung mit hoher Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms.
Nachweisrate von Prostatakarzinomen
Bei idealen Befunddaten vom Röntgeninstitut zeigte sich eine Detektionsrate eines Prostatacarcinoms in 87,7% der Biopsien (Schwankungsbreite 84,4% - 90,5%)
Diese Trefferquote liegt im Bereich der in der Literatur berichteten Ergebnisse für MRT-gestützte Biopsieverfahren und wird in den meisten Fällen von der sehr aufwendigen und kostenintensiven “technischen Fusionsbiopsie” nicht übertroffen.

Welchen Einfluss hat das MRT auf die Diagnose von Prostatakrebs?
Die kombinierte Auswertung aus gezielter MRT-Biopsie und zusätzlicher systematischer Biopsie zeigte, dass In 13 Fällen (16,1 %) die MRT-Information diagnostisch entscheidend war, entweder weil nur die Zielbiopsie positiv war oder weil dort ein höherer Gleason-Score festgestellt wurde.
Demgegenüber zeigte sich ein relevantes Upgrading durch die systematische Biopsie nur in 2,0 % der Fälle.
Diese Ergebnisse bestätigen den zusätzlichen diagnostischen Nutzen der MRT-gestützten Zielbiopsie im klinischen Alltag.
Histologische Relevanz der gefundenen Prostatakarzinome
Von den 81 nachgewiesenen Prostatakarzinomen ergab sich folgende Verteilung:
- 59,3%: Gleason-Score 7–9 → klinisch signifikante Prostatakarzinome
- 40,7%: Gleason-Score 6 → niedrig-gradige Tumoren
Damit war bei einem Großteil der Patienten ein Tumor mit klinischer Relevanz nachweisbar und damit die Indikation für eine Therapie gegeben.

Warum die Qualität des Prostata-MRTs für die Prostatabiopsie entscheidend ist
Die mpMRT-Untersuchungen wurden von mehreren externen Instituten durchgeführt. Ohne Nennung einzelner Einrichtungen zeigte sich, dass die Nachweisrate eines Karzinoms je nach Herkunft der MRT-Befunde variierte. Diese Beobachtung unterstreicht die Bedeutung einer hochqualitativen MRT-Durchführung und -Befundung für die diagnostische Aussagekraft. Daher erhalten die Patienten im Praxiszentrum Urologie eine Liste mit empfohlenen Röntgeninstituten.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Ergebnisse der MRT-gestützten Prostatabiopsie
- Die MRT-gestützte Prostatabiopsie ist ein sehr zuverlässiges Verfahren zur Erkennung von Prostatakrebs.
- Die kognitive Fusionsbiopsie, wie sie in unserem Zentrum durchgeführt wird, erzielt Ergebnisse, die mit publizierten Studiendaten übereinstimmen
- In etwa jedem sechsten Fall liefert die MRT-Information einen entscheidenden diagnostischen Zusatznutzen.
- Ein Großteil der entdeckten Tumoren war klinisch relevant und behandlungsbedürftig.
- Diese Ergebnisse bestätigen unseren strukturierten, leitlinienorientierten diagnostischen Ansatz von Prostatakrebs.
FAQ: Häufige Fragen zur MRT-gestützten Prostatabiposie
Die MRT-gestützte Prostatabiopsie gehört heute zu den zuverlässigsten Verfahren zur Diagnose von Prostatakrebs. Durch die Kombination aus multiparametrischem MRT (mpMRT), gezielter Entnahme von Gewebeproben aus verdächtigen Bereichen und zusätzlicher Biopsie können Prostatakarzinome mit hoher Sicherheit erkannt werden. Internationale Studien zeigen, dass die MRT-gestützte Biopsie der früher üblichen rein systematischen Biopsie hinsichtlich der Erkennung bedeutsamer Tumoren überlegen ist.
Bei uns im Praxiszentrum Urologie Eisenstadt wird vor einer Prostatabiopsie in den meisten Fällen zunächst ein multiparametrisches MRT (mpMRT) der Prostata durchgeführt. Das MRT kann verdächtige Areale sichtbar machen und ermöglicht eine gezielte Gewebeentnahme. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, klinisch relevante Tumoren zu erkennen. In bestimmten Situationen kann eine Biopsie jedoch auch ohne MRT durchgeführt werden, beispielsweise wenn eine MRT-Untersuchung nicht möglich ist oder besondere medizinische Gründe vorliegen.
Die meisten Patienten empfinden eine moderne Prostatabiopsie als gut tolerierbar. In unserem Praxiszentrum Urologie Eisenstadt erfolgt die Untersuchung auf Wunsch unter Sedierung. Zusätzlich wird eine lokale Betäubung über die Ultraschallsonde durchgeführt. Dadurch können Schmerzen und Unannehmlichkeiten während der Biopsie deutlich reduziert werden.
Die Prostatabiopsie ist in der Regel ein gut verträgliches Verfahren. Nach dem Eingriff kann es vorübergehend zu leichten Beschwerden oder Blutbeimengungen im Urin, Stuhl oder Ejakulat kommen. Auch leichte Beschwerden im Bereich der Prostata oder beim Wasserlassen sind möglich. Selten können Komplikationen wie stärkere Blutungen, Harnwegsinfektionen oder Fieber auftreten. Bei Fieber, Schüttelfrost, starken Schmerzen oder Problemen beim Wasserlassen sollten Sie bitte umgehend zu uns ins Praxiszentrum Urologie Eisenstadt kommen.
Termin zur Prostatabiopsie mit MRT-Unterstützung in Eisenstadt vereinbaren
Das Praxiszentrum Urologie Eisenstadt steht für moderne urologische Diagnostik und Therapie auf modernsten medizinischen Stand. Unser erfahrenes Team begleitet Sie kompetent, persönlich und mit ausreichend Zeit für Ihre Anliegen, von der Vorsorge über die Diagnostik bis zur individuellen Behandlung. Gemeinsam finden wir die für Sie passende Lösung.