Urologische Notfälle: Wann Sie sofort ärztliche Hilfe suchen sollten
Die meisten urologischen Beschwerden sind zwar unangenehm, aber zum Glück keine akute Bedrohung für Ihre Gesundheit. Ein geplanter Termin in unserer Praxis reicht in diesen Fällen meist aus. Es gibt jedoch Situationen, in denen schnelles Handeln entscheidend ist, um langfristige Schäden oder gar lebensbedrohliche Zustände zu verhindern. Als Ihre Urologen in Eisenstadt möchten Dr. Hafner und Dr. Seidl Sie für diese urologischen Notfälle sensibilisieren.
In unserem Praxiszentrum Urologie legen wir größten Wert auf eine persönliche und umfassende Betreuung. Dazu gehört auch die Aufklärung darüber, wann Sie nicht zögern dürfen, sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Diese Symptome sind ein Alarmsignal
Bestimmte Symptome können auf einen urologischen Notfall hindeuten. Hier finden Sie eine Übersicht über die häufigsten Notfälle in der Urologie. Sie sind selbst Notfallpatient? Zögern Sie nicht zu lange und rufen Sie direkt in unserer Praxis an +43 2682 61 737 – Notfälle werden von unseren erfahrenen Urologen selbstverständlich sofort behandelt!
Akuter Harnverhalt
Sie verspüren einen extrem starken Harndrang, können aber trotz größten Pressens kein oder nur tröpfchenweise Wasser lassen? Diesen Zustand nennt man akuten Harnverhalt. Oft ist der Unterbauch prall gefüllt und sehr schmerzhaft. Der Urin staut sich von der Blase zurück bis in die Nieren. Dies kann zu einer schmerzhaften Überdehnung der Blase, schweren Harnwegsinfektionen und im schlimmsten Fall zu einer akuten Nierenschädigung bis hin zum Nierenversagen führen. Eine schnelle Entlastung der Blase mittels Katheter ist hier zwingend erforderlich.
Starke, kolikartige Flankenschmerzen (Nierenkolik)
Wellenartig auftretende, krampfartige und oft als unerträglich beschriebene Schmerzen in der Flanke, die in den Unterbauch, die Leiste oder die Genitalien ausstrahlen können, deuten auf eine Nierenkolik hin. Ursache ist meist ein Harnleiterstein, der den Urinabfluss blockiert. Neben den extremen Schmerzen kann der Harnstau die Niere dauerhaft schädigen. Kommen zusätzlich Fieber und Schüttelfrost hinzu, besteht der Verdacht auf eine Urosepsis – eine lebensbedrohliche Blutvergiftung, die eine sofortige intensivmedizinische Behandlung erfordert.
Sichtbares Blut im Harn
Auch wenn es nicht immer mit Schmerzen verbunden ist, ist deutlich sichtbares Blut im Urin immer ein ernstzunehmendes Warnsignal, das umgehend abgeklärt werden muss. Zwar können auch harmlose Ursachen dahinterstecken, es kann aber ebenso ein Zeichen für einen Tumor in der Niere oder Blase, eine schwere Entzündung oder große Nierensteine sein. Bei starker Blutung können sich Blutgerinnsel in der Blase bilden (Blasentamponade) und zu einem Harnverhalt führen.
Plötzliche, heftige Hodenschmerzen
Tritt ein plötzlich einsetzender, extrem starker Schmerz in einem Hoden auf, eventuell begleitet von einer Schwellung und Rötung des Hodensacks, kann es sich um eine Hodentorsion (Hodenverdrehung) handeln. Dabei verdreht sich der Hoden um den Samenstrang, was die Blutzufuhr unterbricht. Ohne Blutzufuhr beginnt das Hodengewebe bereits nach wenigen Stunden abzusterben. Eine sofortige operative Versorgung innerhalb von 4 bis 6 Stunden ist entscheidend, um den Hoden zu retten. Dies betrifft insbesondere Säuglinge, Kinder und junge Männer.
Schmerzhafte Dauererektion
Eine Erektion, die länger als vier Stunden anhält und nicht auf sexuelle Erregung zurückzuführen ist, ist extrem schmerzhaft und ein absoluter Notfall. Der mangelnde Blutabfluss aus dem Schwellkörper führt zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gewebes. Unbehandelt kann dies zu bleibenden Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) und Gewebeschäden führen.
Die Paraphimose
Bei einer Vorhautverengung (Phimose) kann es passieren, dass die zurückgezogene Vorhaut nicht mehr über die Eichel zurückgeschoben werden kann und diese abschnürt. Der Schnürring führt zu einer schmerzhaften Schwellung und einer gefährlichen Störung der Durchblutung der Eichel. Eine rasche ärztliche Behandlung ist notwendig, um bleibende Schäden zu verhindern.
Im Zweifel immer zum Arzt
Diese Liste deckt zwar die häufigsten und dringendsten urologischen Notfälle ab, trotzdem kann es immer auch zu anderen Notfällen kommen. Die goldene Regel lautet: Bei plötzlich auftretenden, ungewöhnlich starken Schmerzen oder beunruhigenden Veränderungen im Urogenitalbereich sollten Sie keine Zeit verlieren! Für alle anderen urologischen Fragen und für eine umfassende Vorsorge stehen Ihnen Dr. Gerhard Hafner, Dr. Philip Seidl und das gesamte Team des Praxiszentrums Urologie Eisenstadt gerne zur Verfügung. Wir nehmen uns Zeit für Ihr Anliegen und bieten Ihnen eine kompetente und menschliche Betreuung auf dem neuesten Stand der Medizin.
Bitte beachten Sie: Bei einem akuten Notfall außerhalb unserer Ordinationszeiten zögern Sie nicht, die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufzusuchen oder auch den Rettungsdienst unter der Nummer 144 zu alarmieren. Ihre Gesundheit hat oberste Priorität.